Die Situation Aufschlag unterscheidet sich wesentlich von den anderen Spielsituationen. Die Aufschlagenden treffen ihre Entscheidung ohne Zeitdruck, allein und ohne Einfluss der Returnierenden.

Sie können ihre Aufschläge immer wieder ganz unterschiedlich variieren durch Geschwindigkeits- und Drall-Veränderung, aber auch, durch wechselnde Platzierungen. Sie vermögen ihre Gegner durch hohe Schlaggeschwindigkeiten und einen hohen Grad an Ungewissheit der Platzierung unter erheblichen Zeitdruck zu setzen. Asse oder Service-Winner zu schlagen, gelingt auch Weltklassespielerinnen und -spielern nur in annähernd 25 von 100 Fällen. Allerdings haben die Aufschlagenden eine große Chance, den Punkt in der weiteren Folge der Ballwechsel zu erzielen. Freilich müssen sie dazu lernen, ihre situativen Möglichkeiten in Abhängigkeit von der Güte des Returns realistisch einzuschätzen, um unterschiedliche taktische Absichten zu verwirklichen. Das bedeutet konkret, dass entweder eine offensive Spielfortsetzung erzwungen werden kann mit einem Punktgewinn durch den 2. oder 3. Schlag oder nur eine neutrale Spielfortsetzung, um den Punkt später nach einer mehr oder weniger langen Rally gewinnen, aber auch verlieren zu können.

In dem vorliegenden Modul werden zunächst nacheinander die möglichen taktischen Absichten des 1. und 2. Aufschlags und die entsprechenden, jeweils günstigsten technischen Lösungen beschrieben und dargestellt sowie auch bewegungstheoretisch begründet.

Die Aufschläge sehr guter Spielerinnen und Spieler weisen eine hohe Geschwindigkeit sowie eine große Konstanz und Präzision hinsichtlich ihrer technischen Ausführung auf. Wichtige Voraussetzungen dafür sind eine hervorragende Koordinationsfähigkeit neben ausgeprägten Kraft- und Schnelligkeitsfähigkeiten.

Insofern werden im letzten Teil des Moduls eine Fülle von Trainings- und Spielformen zum technischen, taktischen und athletischen Training angeboten.

Hans-Peter Born und Rüdiger BornemannAutoren
Spielsituation Aufschlag

Bedeutung des Aufschlags im modernen Tennis

Im Hinblick auf die Verteilung der angewendeten Schläge beträgt der Anteil der Spiel-Eröffnung mit Aufschlag und Return auf Sandplätzen durchschnittlich 31,9 %. Der größte Schlaganteil entfällt mit 62,3% auf das Grundlinienspiel. Der Anteil des Netzspiels ist mit 5,8% gering.

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Standardisierte Situationen

In der Spielsituation Aufschlag lassen sich in Übereinstimmung mit den Spielregeln unterschiedliche standardisierte Situationen beschreiben. Für die erfolgreiche Fortsetzung des Spiels macht es einen Unterschied, ob in der Situation „Erster Aufschlag“ oder der Situation „Zweiter Aufschlag“ entweder von rechts in das „Einstand-Feld“ oder von links in das „Vorteil-Feld“ aufgeschlagen wird.

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Merkmale der Spielsituation

Die Situation beim Aufschlag unterscheidet sich wesentlich von anderen Spielsituationen. Der aufschlagende Spieler trifft seine Entscheidung für einen bestimmten Aufschlag ohne Zeitdruck, allein und ohne Einfluss des Gegners.

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Prinzipielle Anforderungen

Um die vielfältigen Möglichkeiten, die der Aufschlag für direkte oder indirekte Punktgewinne bietet, auch nutzen zu können, bedarf es einer Reihe von Voraussetzungen.

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Taktik

Realistische taktische Ziele

In der jeweiligen Aufschlag-Situation können insofern unterschiedliche taktische Absichten verwirklicht werden. Wie der aufschlagberechtigte Spieler in der aktuellen Situation schließlich aufschlagen wird, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.

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Mögliche Spielfortsetzungen

Als Folge des ersten Aufschlags sind grundsätzlich folgende unterschiedliche Spielfortsetzungen möglich: Direkter Punktgewinn (Ass), Indirekter Punktgewinn (Service Winner), Offensive Spielfortsetzung, Neutrale Spielfortsetzung, Punktverlust des Aufschlagenden (ca. 25 Prozent).

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1. Aufschlag: Taktische Absichten und technische Lösungen

Hier werden für den 1. Aufschlag nacheinander die möglichen taktischen Absichten und deren technische Lösungen nacheinander jeweils für die standardisierten Situationen „Einstand-Seite“ und „Vorteil-Seite“ beschrieben.

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2. Aufschlag: Taktische Absichten und technische Lösungen

Technische Lösungen des 2. Aufschlags für die Einstand- und Vorteilseite mit offensiver und neutraler Spielfortsetzung.

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Technische Lösungen und ihre bewegungstheoretische Begründung

Technische Lösungen

Funktionale Bewegungsanalyse, Prinzip der Muskelvordehnung, Energiespeicherung durch Vorspannung, Kinematische Kette, Unterarm- und Handgelenkseinsatz in unterschiedlichen Schlagphasen.

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Variationen und Bewegungsspielräume der technischen Lösungen

Hier finden Sie nicht nur eine umfangreiche Beschreibung der unterschiedlichsten Bewegungsspielräume der Top-Spieler, sondern auch eine einzigartige Visualisierung der Messung von Ballwurfhöhe und Treffpunkthöhe von 42 Top-Spielern bei den Mutua Madrid Open 2014 und dem Porsche Grand Prix 2013.

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Phasenstruktur des Geraden Aufschlags

Umfangreiche Darstellung des geraden Aufschlags mit Highlights spezieller entscheidender Bewegungen in den jeweiligen Phasen. Mit Visualisierungen der Wurfarm- und Ausschwungbewegung, Schulterkippe und Tipps zur Korrektur von Fehlern.

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Drallvarianten Kick und Slice

Kick- und Slice-Aufschlag haben unterschiedliche Technik-Merkmale, die wir hier ausführlich und detailliert präsentieren – in einzigartigen Schwungpfad-Animationen und Bild-für-Bild-Vergleichen, die eindrücklich die Unterschiede in den Schwungphasen zeigen.

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Technik-Training

Technikerwerb: Trainingsformen – Technik-Automatisierung

Zum Einschleifen und Automatisieren des Aufschlages sind häufige Wiederholungen mit höchster Qualität erforderlich. Hier stellen wir Ihnen Trainingsbeispiele zur Technik-Automatisierung des Aufschlages ohne Returngegner vor.

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Technikanwendung: Trainingsformen zum Komplextraining

Nicht nur Athleten, sondern auch Spielerinnen und Spieler jeder Leistungsklasse, schließlich auch jene, die einfach in ihrem Tennis fit sein oder nur durch Tennis fit werden wollen, können vom Prinzip des Komplextrainings profitieren. Hier sehen Sie eine Palette von Praxisbeispielen in Video für das effektive Kombinieren von Technik und konditionellen Faktoren.

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Technikanwendung: Trainingsformen

Schon oft ist darauf hingewiesen worden, dass Spieleröffnungen in jedem Training eine große Rolle spielen müssen. Hier sehen Sie Praxisbeispiele, Trainingsgrundsätze und Dosierungsempfehlungen.

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Taktik-Training

Grundsätze

Hier stellen wir die Trainings-Grundsätze im Taktiktraining vor, wie beispielsweise Taktiktraining als eigenständige Einheit zu planen, von der eingeschränkten zur offenen Situation überzugehen und auch den Return immer miteinzubeziehen, um die taktische Wirkung des Aufschlags überprüfen zu können.

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Trainingstipps

Trainings-Tipps zum Taktiktraining allerdings unterscheiden sich wesentlich von denen des Techniktrainings. Das können Sie hier sehen.

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Korrekturtipps

Die Korrekturmaßnahmen beim Taktiktraining sollten eine besondere Qualität haben. Das bedeutet, dass grundsätzlich funktional, also an der taktischen Wirkung korrigiert werden sollte. Hier finden Sie Tipps für sinnvolle Maßnahmen.

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Trainingsbeispiele für ausgewählte Spielzüge

Hier werden Ihnen Trainingsbeispiele zur Taktik des Aufschlags gezeigt. Zunächst wird ein Spielzug in der Folge einer möglichen Aufschlagvariante beschrieben. Unter einer sinnvollen Zielstellung wird dann ein geplanter Folgeschlag genannt. Schließlich werden Entscheidungsparameter für die taktische Güte formuliert.

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Vorbereitung auf die Prüfung

Fragenkatalog zum Aufschlag

Mögliche Fragen über das Aufschlag-Modul zur Vorbereitung auf Trainerprüfungen in den entsprechenden Lizenz­stufen (C, B, A).

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