Kinder- und Jugendtraining

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eit einigen Jahren ist auch im Tennis eine Tendenz zu „immer früher und immer besser“ zu beobachten. Geht man von einer durchschnittlich acht bis zehn Jahre dauernden Leistungsentwicklung aus, so wird der frühe Beginn mit spezifischen Trainingsprogrammen im Kindesalter verständlich. Sportliches Training für Kinder und Jugendliche ist positiv, wenn es unter der erforderlichen pädagogischen Verantwortung durchgeführt wird und die entwicklungsgemäßen Bedingungen dieser Zielgruppe berücksichtigt.

In dem Modul Kinder- und Jugendtraining werden auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse der Sportwissenschaft zahlreiche praktische Trainingsempfehlungen anschaulich und verständlich dargestellt. Im ersten Teil steht die Talentthematik mit all ihren Facetten im Mittelpunkt. Neueste sportwissenschaftliche Erkenntnisse zu den einzelnen Entwicklungsabschnitten liefern die Begründung für die Trainingsinhalte in den einzelnen Etappen des langfristigen Trainingsaufbaus. Darauf aufbauend sind die Ziele und Inhalte zum Training der koordinativen und konditionellen Komponenten dargestellt.

Das letzte Kapitel ist den Wettkämpfen und deren Planung gewidmet. Trainer und Eltern erhalten hier Hinweise zur Bedeutung und Anzahl der Turniere in den einzelnen Altersklassen (u10 bis u18).

Im praktischen Teil des Moduls wird eine große Palette von Übungs- und Trainingsformen zum Koordinations- Schnelligkeits-, Kraft-, Ausdauer- und Beweglichkeitstraining für Kinder und Jugendliche in Wort und Bild angeboten.

Autoren
Autoren: Hans-Peter Born, Prof. Dr. Joachim Mester

Theorie

Talent

Die rechtzeitige Auswahl von Talenten ist notwendig, da absolute Höchstleistungen nur durch eine langfristige und systematische Vorbereitung zu erreichen sind. Die optimalen Leistungen werden durch die Maßnahmen und Programme der Talentförderung angestrebt.

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Entwicklungsphasen

Viele Faktoren spielen bei der Entwicklung eine Rolle. Jedes Kind benötigt beim erlernen individuelle Lösungen um sich zu verbessern. Um die Phasen der Entwicklung auszubauen ist es wichtig, dass man sich mit den unterschiedlichen Voraussetzungen und Möglichkeiten beschäftigt.

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Koordinative Komponenten

Die Schulung koordinativer Fähigkeiten steht neben dem Training der konditionellen Grundlagen im Mittelpunkt der Ausbildung im Kindesalter. Dabei ist sowohl in der allgemeinen Koordinations- als auch in der sportartspezifischen Koordinationsschulung auf die Vermittlung vielfältiger Bewegungsmuster Wert zu legen. Die vielseitige und zielgerichtete allgemeine Koordinationsschulung verkürzt und verbessert das Lernen. Geht sie dem speziellen Üben voran, so unterstützt sie den Erwerb der Tennistechnik.

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Konditionelle Komponenten

Es geht um das Zusammenspiel der Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit im Jugendtraining. Das Training ist bereits in jungen Jahren wirksam und lohnend und bildet das Fundament für spätere Trainings- und Wettkampfbelastungen.

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Wettkämpfe und Wettkampfplanung

Im Kindes- und Jugendalter steigern Turniere die Motivation. Wettkämpfe sind ganzjährig und unabhängig von den Trainingsabschnitten in ausreichender Menge erforderlich. Im Kindes- und Jugendalter sind Wettkämpfe Zwischenstationen auf dem Weg zur langfristigen Leistungsentwicklung und stets im Zusammenhang mit der Ausbildung und dem Training zu sehen.

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Praxis

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Training der Schnelligkeit

Die Trainingsformen des Schnelligkeitstrainings werden den Stufen, Grundlagentraining, semispezifisches Schnelligkeitstraining, tennisspezifisches Schnelligkeitstraining zugeordnet. Obwohl die Stufen aufeinander aufbauen, können sie je nach Trainingsziel und Spielertyp auch miteinander vermischt werden.

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Training der Kraft

Das Grundlagentraining im Kindesalter muss auch hinsichtlich des Krafttrainings abwechslungsreich und breit angelegt werden. Der Trainingsbeginn kann mit verschiedenen Trainingsmitteln erfolgen. Dies können Übungen mit dem eigenen Körpergewicht sein. Aber auch der Medizinball, das Theraband, Kurz- und Langhanteln oder Kraftmaschinen sind zum Erwerb eines großen Krafterfahrungsschatzes geeignete Trainingsmittel. Ein solches Krafttraining muss zum festen Bestandteil des Grundlagentrainings im Tennis gehören.

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Training der Ausdauer

Im Grundlagenausdauertraining mit Kindern haben sich die Kleinen Spiele als eine sehr geeignete und ebenso beliebte Form erwiesen. Sie sind schnell erlernbar und stellen nur geringe technische oder taktische Anforderungen. Wettläufe und Staffelformen lassen sich leicht auf dem Tennisplatz durchführen. Die Ausdauerleistungsfähigkeit von Kindern kann auf diese Weise in spielerisch Form verbessert werden.

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Training der Koordination

Innerhalb des Koordinationstrainings liegt der Schwerpunkt auf dem Verbessern der Prozesse der Bewegungssteuerung. Das Bewältigen von immer wieder neuen, ungewohnten und schwierigen Aufgaben verbessert die Koordinationsfähigkeit.

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Training der Drucksituationen

Tennis hat sich zu einer athletischen Sportart weiter entwickelt. Besonders hoch sind die Anforderungen im koordinativen Bereich. Erfolgreiches Tennis erfordert schnelles und präzises Handeln in häufig schwierigen Spielsituationen. Im Leistungstennis konzentriert sich das Training der Koordination auf das Spielverhalten unter verschiedenen Druckbedingungen.

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Training der Beweglichkeit

Sowohl dynamische als auch statische Dehnübungen verbessern die Beweglichkeit. Mit Hilfe von Trainingsprogrammen und funktioneller Kräftigung bewirkt man eine Stabilisierung der Gelenke und beugt muskulären Dysbalancen vor. Die Übungen erfolgen mit eigenem Körpergewicht und sind auf dem Tennisplatz umsetzbar.

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