Bernhard Peters

Kernkompetenzen von Trainern und die dazu gehörigen Prinzipien der Führung.

Bedeutung der Persönlichkeitsentwicklung in der Talentauswahl und -entwicklung


Bernhard Peters berichtet aus seiner praktischen Erfahrung. Sehr selbstkritisch zeigt er auch eigene Fehler auf, die man zu Beginn seiner Trainerkarriere gemacht hat. Trainer sein ist mehr, als oben "Kraft, Schnelligkeit, Technik" hinein zu tun und unten Leistung heraus zu bekommen.   Das Wichtigste als Trainer ist die Arbeit mit Menschen, die Bernhard Peters stets mit großer Leidenschaft ausgefüllt hat.

Peters hat seine Spieler im Training immer überfordert. Stress erzeugen, ständig Situationen wechseln, immer schnelles Agieren und Reagieren einfordern. Im Training müssen Stress-Momente gesetzt werden, damit Spieler im Wettkampf in der Lage sind Widerstände auszuhalten.

Eckpfeiler seines Vortrages sind:

  • Prinzipien emotionaler Führung
  • Der zweipolige Antrieb in der Motivation: Das Bedürfnis Schmerz, zu vermeiden und den Drang, Lust zu gewinnen

Spannend seine Definition von Talent für Ballsportarten: In jeder Sportart braucht ein Sportler genetische und persönliche Eigenschaften. Ob es ein großes Talent ist, kann man seiner Meinung nach in vielen Sportarten erst nach der Pubertät sagen.

Talente, die es bis ganz nach oben geschafft haben, sind häufig mit diesen Eigenschaften gesegnet - ohne dies prozentual verteilen zu können:

  • Sportlich koordinative Basis
  • Sportlich total aktiver Typ
  • Sportlich harmonische Körperkonstitution
  • Gefühl für Timing

Sie besitzen Flexibilität, Widerstandskraft, Leidenschaft, Besessenheit und Lust, haben ein hohes Lerntempo und erfahren eine positive Unterstützung durch die Eltern/Umfeld.

Um diese Sportlertypen zu formen, gehören auch spezielle Charaktereigenschaften, die man als Trainer haben muss. Man sollte Mut entwickeln zum regelmäßigen Feedback-Einfordern durch Führungsgruppe (Gesprächskultur). 

Junge Talente wollen hinterfragen, klare eigene Statements abgeben und über Wege diskutieren - dem muss ein Trainer gewachsen sein.

Am Ende war jedem im Saal klar: Nur Trainerpersönlichkeiten entwickeln Sportlerpersönlichkeiten!

Referent

Diplom-Sportlehrer | 2000-2006: Hockey Nationaltrainer, gewann mit seinem Team die Bronzemedaille bei den olympischen Spielen in Athen 2004 und den Weltmeistertitel 2002 und 2006 | 2006-2014: Direktor für Sport und Nachwuchsförderung bei der TSG 1899 Hoffenheim | 2014-2018: Direktor für Sport und Nachwuchsförderung beim Hamburger SV | Seit 2014 Berater des DFB

Das Buch von Bernhard Peters "Führungsspiel" ist hier erhältlich